Energiesparen bei Hitze: Mäuse, Hunde und Bären trocknen ihr Fell im Schleudergang

Vor 276 Tagen  FOCUS Online

Nach einem Bad im See trocknen Tiere ihr Fell ähnlich wie beim Schleudergang in der Waschmaschine. Sie schütteln sich umso schneller, je kleiner sie sind, wie Forscher nun zeigen konnten. Für die Tiere ist das lebenswichtig.

Bären müssen sich nach Angaben von US-Wissenschaftlern viermal und Hunde bis zu achtmal in der Sekunde schütteln, um ihr Fell zu trocknen. Bei Mäusen sind es hingegen 30 Bewegungen pro Sekunde.

David Hu und Kollegen von der amerikanischen Universität Georgia Institute of Technology in Atlanta zeigten zudem, dass schlaffe Haut bei Säugetieren das Trocknen unterstützt. Beim Schütteln verlassen die Wassertropfen durch das Schlackern schneller den Körper, als bei Tieren mit straffer Haut. Das Fell trocknet umso schneller. Ihre Studie erscheint im „Journal of the Royal Society Interface“. Die Forscher untersuchten die Schleuderkraft von 17 Tierarten. Von Maus über Hund und Tiger bis hin zum Bären maßen sie Größe und Gewicht von insgesamt 33 Tieren. Um die Bewegung der Wassertropfen wiederzugeben, bauten sie einen Simulationsapparat. Damit testeten sie verschiedene Frequenzen, um das Haar zu trocknen.

Schnell trocknen spart Energie

Zudem filmten sie die Tiere mit Hochgeschwindigkeitskameras und untersuchten ihr Fell. So stellten sie die Abhängigkeit zwischen Schüttelfrequenz und Körpergröße beim Trocknen der Tiere fest. Am Körper kleiner Tiere kann sich selbst ohne Fell schon erstaunlich viel Wasser ansammeln. Eine nasse Ameise muss dann das Dreifache ihres Körpergewichts tragen. Da Fell jedoch viel Wasser aufnehmen kann, schütteln sich beispielsweise nasse Säugetiere auch, um ihre Energie nicht dafür zu verschwenden, so viel Gewicht mit sich herum zu schleppen.

Nasses Fell isoliert auch schlechter als trockenes, so dass die Tiere weitere Energie verlieren würden. Zudem entzieht die Verdunstung von Wasser dem Körper Wärme. Wenn ein rund 30 Kilogramm schwerer Hund mit rund einem halben Liter Wasser am Körper sein Fell nur durch die Luft trocknen ließe, würde er dazu etwa 20 Prozent seiner täglich aufgenommenen Kalorien verbrauchen. mb/dpa