Redwood Shores (dpa) - Der US-Softwarehersteller Oracle hat mit einem weiteren Umsatzrückgang zum Auftakt seines neuen Geschäftsjahrs die Markterwartungen enttäuscht.
Beim Gewinn konnte der Konkurrent des deutschen SAP-Konzerns dagegen leicht zulegen. Nach nun zwei Quartalen mit sinkenden Umsätzen setzt Oracle auf eine Trendwende.
Im Ende August abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal fielen die Erlöse vor allem durch Währungseffekte um fünf Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Dollar (3,5 Mrd Euro). Der Überschuss wuchs um vier Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar, wie Oracle am Mittwoch nach US- Börsenschluss im kalifornischen Redwood Shores mitteilte.
Die Aktie stand nachbörslich unter Druck. Der Gewinn fiel etwa wie von Analysten geschätzt aus. Ohne den wieder stärkeren Dollar wäre der Umsatz lediglich um ein Prozent zurückgegangen. Für das laufende Quartal rechnet Oracle bei konstanten Wechselkursen mit einem zum Vorjahr stabilen oder um bis zu drei Prozent steigenden Umsatz.
Während die Einnahmen durch den Verkauf neuer Lizenzen stark fielen, wuchsen die Umsätze mit Updates und Service-Leistungen. Oracle hatte auf die Einbußen durch die Wirtschaftskrise mit einem Sparprogramm reagiert. Das Sommerquartal fällt bei Oracle laut Analysten traditionell eher schwächer aus.
In den vergangenen Jahren ist Oracle durch eine Einkaufstour mit zahlreichen Übernahmen rasant gewachsen und liegt hinter SAP weltweit auf Platz zwei bei Unternehmens-Software. Zwischen den Rivalen kommt es auch immer wieder zu Scharmützeln vor Gericht. Mit Blick auf das vergangene Quartal sagte Oracle-Finanzchef Jeff Epstein. «Wir sind in jeder Region auf der Welt schneller gewachsen als SAP, Europa eingeschlossen.»
Gerade schluckt Oracle den amerikanischen Großrechner-Spezialisten Sun Microsystems und baut sich damit ein weiteres Standbein auf. Dem Abschluss der Übernahme stehen aber noch Bedenken der EU-Kommission entgegen. Sie befürchtet eine zu starke Marktmacht Oracles bei Datenbank-Software. Bis 19. Januar wollen Europas Wettbewerbshüter eine Entscheidung treffen. Ihre US-Kollegen haben das Geschäft bereits durchgewunken.
Die Verzögerung kommt für Oracle zur Unzeit: Großrechner- Hersteller wie IBM und Hewlett-Packard (HP) wollen der ohnehin schwächelnden Sun mit Verweis auf die unsichere Zukunft die Kunden abspenstig machen. Oracle lässt sich den Zukauf 7,4 Milliarden Dollar inklusive Schulden kosten. Neben der Hardware bekommt der Konzern für das Geld auch die wichtige Programmiersprache Java, die vom Handy bis zum Computer Anwendung findet.