Nach Protesten Washingtons haben die birmanischen Behörden einen der bekanntesten Dissidenten des Landes wieder freigelassen. Der Mönch Gambira sei nach einem Verhör wieder in sein Kloster nach Rangun zurückgekehrt, bestätigte Kloster-Vorsteher Einda Ka. Gambira war einer der Anführer der Aufstände von 2007, denen sich zeitweise bis zu 100.000 Menschen in Rangun anschlossen, bevor die damalige Militärführung die Proteste blutig niederschlagen ließ.
Nach Angaben des Kloster-Vorstehers hatte die Klosterführung Gambira vor seiner Freilassung ins Gewissen geredet. Laut einem Behördenvertreter wurde dem Mönch vorgeworfen, sich zu drei Klöstern gewaltsam Zutritt verschafft zu haben, die währehnd des Mönchaufstands im Jahr 2007 geschlossen worden waren.
Gambira war festgenommen und zu 68 Jahren Haft verurteilt worden. Erst Mitte Januar wurde er zusammen mit zahlreichen weiteren politischen Gefangenen freigelassen. Nach Jahrzehnten der Militärherrschaft wird Birma seit März 2011 von einer nominell zivilen Regierung geführt. Sie leitete eine Reihe von Reformen ein und öffnete sich für Gespräche mit der Opposition.
Unterdessen setzte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ihren Wahlkampf in dem Vorort von Rangun fort, um dessen Sitz sie sich bei einer Parlaments-Nachwahl am 1. April bewirbt. Wie schon bei anderen Wahlkampfauftritten wurde sie am Samstag auf ihrem Weg vom Zentrum der ehemaligen Hauptstadt in den Wahlkreis Kawhmu von hunderten Anhängern gefeiert.