Student aus Österreich erzielt in Datenzwist mit Facebook Teilerfolg

Vor 107 Tagen  nachrichten.de

Im Kampf für mehr Datenschutz im Internetnetzwerk Facebook hat ein 24-jähriger Österreicher nach eigenen Angaben einen Teilerfolg errungen. Wie der Jurastudent Max Schrems am Dienstag in Wien sagte, traf er sich tags zuvor mit zwei Vertretern des Unternehmens, die ihm Entgegenkommen bei von ihm und seinen Mitstreitern formulierten Forderungen zugesagt hätten. Facebook bewege sich "langsam in die richtige Richtung" und habe bei dem Treffen mehr Informationen geliefert, als er vorab erwartet habe.

Krems führt die österreichische Studentengruppe "Europe-versus-Facebook" (Europa gegen Facebook) an. Er hatte von Facebook eine Herausgabe aller über ihn gespeicherten Informationen verlangt und erhielt daraufhin mehr als 1200 ausgedruckte Seiten, auf denen sich auch längst gelöschte Daten wiederfanden. Daraufhin schaltete die Gruppe die irischen Datenschutzbehörden ein. Facebook hat in Dublin seine Europa-Zentrale, die für alle Nutzer außerhalb der USA und Kanadas zuständig ist.

Facebook wird immer wieder wegen der Missachtung europäischer und internationaler Datenschutz-Bestimmungen kritisiert. Da die Nutzer beim Anmelden einen Vertrag mit Facebook Irland schließen, unterliegt das US-Unternehmen nicht nur den Datenschutzbestimmungen der EU, sondern auch irischen Gesetzen. Die irischen Datenschützer verlangten von Facebook, die Möglichkeiten zum Löschen von Daten aus einem Profil zu verbessern. Ob die Änderungswünsche befolgt werden, will die irische Behörde im Juli prüfen.

Krems kündigte am Dienstag an, die weiteren Schritte von Facebook in dem Streit zunächst bis Ende März beobachten zu wollen. Sollte das Unternehmen seinen und den irischen Forderungen nicht nachkommen und EU-Bestimmungen missachten, werde er von den Datenschützern in Dublin die Aufnahme eines formellen Verfahrens verlangen. Generell halte er dies ohnehin für den besten Weg: "Ich finde es absurd, dass ich als ein Student im Namen aller 800 Millionen Facebook-Nutzer mit einem Multi verhandeln soll", sagte Schrems.

afp