Kindern die Beschäftigung mit Computerspielen zu verbieten, steigert oft deren Reiz. Deutsche Experten haben deshalb nun Tipps formuliert, die Erziehungsberechtigte und Lehrer für die Vermittlung von Medienkompetenz sensibilisieren sollen. Bereits beim Kauf der Spiele ist demnach die auf der Packung angegebene Freigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, zu beachten. Professor Jeffrey Wimmer von der TU Ilmenau empfiehlt darüber hinaus: "Trotz Alterskennzeichnungen der USK ist es ratsam, sich vor dem Kauf über Spielinhalte zu informieren und jüngere Kinder während des Spielens zu beaufsichtigen oder auch gemeinsam mit ihnen zu spielen."
Vor der Anschaffung ist zudem das Genre des Spiels auf das Alter des Kindes abzustimmen. Erst ab etwa vier Jahren sind Heranwachsende alt genug für Videospiele. Für die Kleinen sind vorrangig Malprogramme, einfache "Klickspiele" oder interaktive Geschichten sinnvoll. Die Experten halten für Sechs- bis Neunjährige vor allem Jump'n'Run-, Renn- und Sportspiele, einfache Simulationen und Rollenspiele je nach Interessensgebiet des Kindes für angemessen. Komplexere Simulationen, Strategie- und Rollenspiele sind für Sprösslinge ab zehn Jahren geeignet.
Zuvor festgelegte zeitliche Limits wirken einem ausufernden Spielekonsum entgegen. Eine altersabhängige Spieleinheit dauert idealerweise nicht länger als 30 bis 90 Minuten. Weil sich Kinder unterschiedlich entwickeln, sollte die Spieldauer am besten in gemeinsamer Absprache mit dem jungen Gamer individuell festgelegt werden. Zudem können die Spiele mehr als nur ein Zeitvertreib sein. "Computerspiele dienen nicht lediglich der Unterhaltung, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich virtuell auszutoben, neues Wissen zu erlangen und motorische Fähigkeiten zu schulen", erläutert Wimmer. Demnach seien Computerspiele zu einem ernstzunehmenden Faktor für die Persönlichkeitsentwicklung sowie für die gesellschaftlich-politische Sozialisation geworden, ist der Medienkenner überzeugt.
"Es ist wichtig, dass Eltern, Erziehungsberechtigte und Pädagogen Interesse und Verständnis für das technisch ausgefeilte Spielzeug zeigen, damit sie Kinder aktiv beim Erlernen des ordnungsgemäßen Medienumgangs unterstützen können." www.medienbewusst.de.